E-Zigarette

E-Zigarette
Es gibt sie in den unterschiedlichsten Variationen: Die E-Zigarette hat kein einheitliches Aussehen.

Lange haben wir den Hype um die E-Zigarette ignoriert, doch aufgrund vieler Nachfragen wollen nun auch wir über dieses Produkt berichten.

In diesem Artikel wollen wir Ihnen viele Fragen zur E-Zigarette beantworten. Schwerpunkt dieses Artikels ist, ob sich die E-Zigarette als Mittel zur Raucherentwöhnung eignet.

Ein Beispiel: Melanie ist 20 und hat schon einige erfolglose Rauchstopp-Versuche hinter sich. Sie vermutet bei sich, dass sie insbesondere das Ritual des Rauchens auf Dauer vermissen würde und hat deshalb die E-Zigarette getestet. Menschen wie Melanie leiden vor allem an einer psychischen Abhängigkeit und weniger an einer körperlichen Sucht. Im Folgenden soll es unter anderem um die Unterscheidung dieser beiden Aspekte gehen.

Die E-Zigarette – es gibt sie sowohl mit Nikotin als auch ohne

Während es sich bei einer echten Zigarette um einen verbrennbaren Gegenstand handelt, ist die E-Zigarette ein Elektrogerät, welches man zum Beispiel – je nach Gerätetyp – auch an den Computer anschließen kann (und welches daher auch zur Verbreitung von Malware geeignet ist). Man nennt dieses Gerät auch einfach „elektronische Zigarette“. Bei der E-Zigarette wird kein Tabak verbrannt, sondern ein Liquid zum Verdampfen gebracht.

 

Ist die elektronische Zigarette gesünder als herkömmliche Zigaretten?

Ja, sie soll sogar bis zu 95 % gesünder sein als eine normale Zigarette. Zum Einen ist dies darauf zurückzuführen, dass kein Verbrennungsprozess stattfindet. Außerdem fehlen bei der E-Zigarette Inhaltsstoffe wie Blausäure, Kohlenmonoxid, Arsen oder das Formaldehyd, welches Krebs auslösen kann. Allerdings ist in manchen E-Zigaretten der Duftstoff Linalool enthalten. Zudem beinhalten manche E-Zigaretten krebserregende Stoffe.

 

E-Zigarette
Zu einer Peergroup dazugehören – für viele Raucher eine psychische Suchtkomponente

Konsumenten normaler Zigaretten nennt man Raucher. Wie nennen sich die Konsumenten von E-Zigaretten?

Da kein Verbrennungsprozess stattfindet, sondern eine Flüssigkeit verdampft, nennen sich die Konsumenten von E-Zigaretten gern „Dampfer“.

 

Die E-Zigarette ist eine relativ alte Erfindung. Warum geriet dieses Produkt erst so spät in Mode?

Sie wurde bereits im Jahre 1963 von Herbert A. Gilbert patentiert, daraufhin allerdings nicht produziert. Erst im Jahre 2004 wurde die E-Zigarette in der Version, in welcher sie heute auf dem Markt erhältlich ist, in China produziert. Erst seit dem Jahr 2007 sind derartige E-Zigaretten weltweit auf dem Markt.

 

Woraus besteht das Liquid?

Es besteht aus E 1520, also Propylenglycol, E 422, also Glycerin, Wasser, Aromen sowie – wenn es gewünscht wird – Nikotin.

Wie steht die E-Zigarette da im Vergleich zum Nikotinkaugummi?

  • Während der Nikotinkaugummi als Arzneimittel angesehen wird, gilt die E-Zigarette als Genussmittel. Viele unter Ihnen wissen, dass eine solche Einteilung nicht gerecht sein kann: Nikotin ist Nikotin (wenn es denn in der E-Zigarette enthalten ist), und so manch einer hat den Nikotinkaugummi als Genussmittel für sich entdeckt und zählt sich zu den Nikotinkaugummisüchtigen. Dass sie nicht zu den Arzneimitteln zählt, bringt einen gewaltigen Nachteil mit sich: Die E-Zigarette gibt es nicht im Apotheken-Notdienst, weshalb Betroffene in heiklen Fällen schnell wieder zu herkömmlichen Zigaretten greifen, während sich die von nikotinhaltigen Arzneimitteln Abhängigen ihren „Stoff“ in der Bereitschafts-Apotheke besorgen können.
  • Ein großer Unterschied zwischen Nikotinkaugummi und E-Zigarette ist, dass im ersten stets Nikotin enthalten ist, in den zweiten müssen Sie sich an der individuellen Produktbeschreibung orientieren.

 

E-Zigarette
Mal ordentlich Dampf ablassen

Für welche Menschen eignet sich die E-Zigarette als Methode zur Raucherentwöhnung?

  • Die nikotinfreie E-Zigarette kann – wie auch nikotinfreie Zigaretten – Menschen beim Rauchen aufhören helfen, welche in erster Linie psychisch abhängig sind: Das Ritual des Rauchens genießen, zu einer Gruppe dazugehören, die Geste des Rauchens ausführen, welche auf viele Menschen einen beruhigenden Effekt hat. Außerdem ist folgender Aspekt nicht zu unterschätzen: Nicht wenige Menschen fühlen sich weniger attraktiv, wenn sie nicht rauchen (siehe Artikel Ist Rauchen sexy).
  • Nikotinhaltige E-Zigaretten können alternativ zu Nikotinkaugummis oder anderen Nikotinersatzprodukten wie Nikotinpflastern angewendet werden. Sie helfen den körperlich abhängigen Menschen, welche ihrer eigenen Ansicht nach keinen Tag ohne Nikotin unbeschadet überleben würden.

 

Was ist gesünder – der Nikotinkaugummi oder die E-Zigarette?

  • Wie Sie oben gelesen haben, enthalten auch manche E-Zigaretten krebserregende Stoffe. Außerdem ist es, wie wir bereits im Artikel nikotinfreie Zigaretten erläutert haben, für den Menschen (und natürlich auch für Tiere) unnatürlich Rauch oder Dampf einzuatmen (von therapeutischem Inhalieren einer Inhalationslösung einmal abgesehen).
  • Was sich vielleicht nur auf den zweiten Blick auf die Gesundheit auswirkt: Die Toleranz der Mitmenschen. Ein Nikotinpflaster oder ein Nikotinkaugummi sind für andere Menschen nicht so leicht zu entlarven, während eine E-Zigarette allzu offensichtlich konsumiert wird und auf manch einen Menschen provokativ wirkt.
  • Wer den Umstieg von der Zigarette auf einen Nikotinkaugummi oder ein nikotinhaltiges Pflaster geschafft hat, hat sich bereits seiner psychischen Abhängigkeit entledigt. Ein solcher Lernprozess findet bei der E-Zigarette nicht statt: Es wird immer noch Qualm eingeatmet. Allerdings werden – wie oben erwähnt – im Vergleich zur Zigarette geringere gesundheitliche Risiken eingegangen.

 

Fazit

E-Zigaretten mögen gesünder sein als Zigaretten und sind daher gewöhnlichen Zigaretten in jedem Falle vorzuziehen. Das bedeutet: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie auf die Geste des Rauchens unter keinen Umständen verzichten können, und dass Ihnen ein Nikotinpflaster oder -kaugummi niemals das bieten könnte, was Ihnen die E-Zigarette bietet, dann konsumieren Sie eben E-Zigaretten. Seien Sie sich dabei jedoch bewusst, dass diese in ihrer langfristigen Wirkung noch nicht wirklich gut erforscht sind und auch krebserregende Stoffe enthalten können.

Zum Rauchen aufhören gehört jedoch auch, dass man sich der Gewohnheit des Inhalierens entledigt: Auch wenn Sie einen Nikotinkaugummi kauen, können Sie dabei tief durchatmen, müssen dabei jedoch keine Angst haben krebserregende Stoffe zu inhalieren, wie es bei E-Zigaretten, deren langfristige Wirkungen unbekannt sind, der Fall sein kann.

Wir wünschen Ihnen, dass Sie die für Sie am besten geeignete Methode zur Raucherentwöhnung finden!

 

Literatur

  • Engelbrecht, Christine und Schewe, Sebastian: Mit E-Zigaretten zum Nichtraucher! Mit nikotinfreien elektronischen Zigaretten und der richtigen Strategie lernen, das Rauchen nicht zu vermissen.

 

Bilder:

Bild 1: © kiri – Fotolia.com

Bild 2: © vchalup – Fotolia.com

Bild 3: © Gresei – Fotolia.com